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29 plus eine – FrauenLebensOrte

Dr. Johanna Nauhaus (1853 – 1920)

Erste Zahnärztin und Frauenrechtlerin

Johanna Nauhaus heiratet als 22-Jährige ihren wohlhabenden, aber mehr als 30 Jahre älteren Onkel. 1879 wird die Tochter Luise geboren. Doch die Ehe ist unglücklich. Als Luise sechs Jahre alt ist, trennt sich das Paar. Johanna Nauhaus entschließt sich, von nun an ein selbstbestimmtes Leben zu führen.

Da Frauen zu dieser Zeit in Deutschland nur in Ausnahmefällen das Studium erlaubt ist, geht die junge Mutter 1885 nach London und studiert dort Zahnmedizin. Später setzt sie ihr Studium in den USA fort und erwirbt 1888 an der Universität von Philadelphia den Doktortitel. Luise lebt in dieser Zeit bei ihrem Vater.

Zurück in Kassel, holt Dr. Johanna Nauhaus ihre Tochter wieder zu sich und praktiziert ab 1888 als eine der ersten Zahnärztinnen in Deutschland. Gleichzeitig engagiert sie sich in der Frauenbewegung und leitet die 1895 gegründete Kasseler Agentur des Allgemeinen Deutschen Hausbeamtinnenvereins.

Nach dem Tod von Johanna Nauhaus, im Jahre 1920, wird Luise, die schon seit Jahren an Schizophrenie leidet, in das Landeshospital Merxhausen eingewiesen. Im Rahmen des Euthanasie-Programms der Nationalsozialisten wird sie am 28. Mai 1941 in die Tötungsanstalt Hadamar gebracht, wo sie an einem der folgenden Tage ermordet wird.

29 plus eine – FrauenLebensOrte | Stadt Kassel

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Erläuterungen und Hinweise

Bildnachweise

  • Aufnahme von 1898, Privatarchiv
  • Wien, Österreichische Nationalbibliothek, Bildarchiv und Grafiksammlung (Wikimedia Commons).
  • Martin Doerry, Mein verwundetes Herz. Das Leben der Lilli Jahn. 1900 – 1944 (München 2002)
  • Nataly von Eschstruth 1892, Xylografie (Holzschnitt) von Gunnar Forssell (Wikimedia Commons).
  • Bronzeskulptur in Niedervellmar (Steinmetz Uwe Kunze, 1993), Foto © Birgit Mietzner, 2018
  • Epitaph der Agnes von Bürgeln in der Stadtkirche Wolfhagen, Foto © Birgit Mietzner, 2018
  • Aufnahme aus Willi Pötter, Geschichte der Reinhardswaldschule (2011), Seite 65.

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