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Vorbereitung für die Übernahme der Kreiskliniken laufen

Hofgeismar/Wolfhagen/Landkreis Kassel. "Es sind keine zwei Monate mehr bis wir den Betrieb der Kreiskliniken Kassel von der Gesundheit Nordhessen Holding übernehmen – die Vorbereitungen dafür laufen auf vollen Touren", berichtet Landrat Uwe Schmidt. Zurzeit werde der Kaufvertrag mit der GNH ausgehandelt, der dann am 22. Juni 2020 in der nächsten Sitzung des Kreistages behandelt wird. Hier gehe es um viele rechtliche Detailfragen, die besprochen werden müssen. Schmidt: "Der Zeitplan ist eng, aber alle Beteiligten arbeiten mit Hochdruck daran, dass wir alle relevanten Fragestellungen auch fristgerecht klären können".

Die Kreiskliniken Hofgeismar (links) und Wolfhagen (rechts)

Der Betrieb der Kreiskliniken in Hofgeismar und Wolfhagen soll vom Eigenbetrieb Kliniken des Landkreises Kassel übernommen werden. "Dies hat den Vorteil, dass beide Kliniken weiter unter einem Dach bleiben und wir dann in Ruhe tragfähige medizinische Konzepte für die beiden Standorte entwickeln können". Der Eigenbetrieb Kliniken war bisher nur für die Liegenschaftsverwaltung an den beiden Standorten zuständig.

Auch für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an den beiden Standorten ändert sich durch die Übernahme durch den Eigenbetrieb "kaum etwas", so der Landrat weiter. Alle vorhandenen Verträge laufen in der gewohnten Form weiter, "das gilt für alle Beschäftigten der Kreiskliniken Kassel GmbH, für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die im Bereich Reinigung, Küche und Haustechnik tätig sind und auch für alle vorhandenen Dienstleistungsverträge", betont Schmidt.

Mit dem Betriebsrat der Kreiskliniken Kassel habe es bereits mehrere Abstimmungsgespräche gegeben, in der viele Fragen der Mitarbeiter behandelt wurden. "Wir wollen gemeinsam mit den Beschäftigten für beide Krankenhausstandorte Perspektiven entwickeln, die einen stationären Betrieb sichern und das medizinische Angebot verbessern", kündigt der Landrat an.

Schmidt: "Wir wollen gemeinsam mit dem Betriebsrat und der GNH baldmöglichst ein weiteres Informationsschreiben an die Beschäftigten versenden – wir wissen, dass die Beschäftigten auf Antworten auf ihre Fragen warten". Aufgrund der neuen Corona-Verordnungen des Landes Hessen werde es auch möglich sein, Betriebsversammlungen zur Information für die Beschäftigten durchzuführen. Auch hier sei man bereits in der Terminabstimmung mit dem Betriebsrat, so der Landrat weiter.

Mit der GNH und der Stadt Kassel sei im Eckpunktepapier von Anfang April vereinbart, dass es für Dienstleistungen, die die GNH bisher für die Kreiskliniken erbracht haben, eine Übergangsfrist bis 31. Dezember 2020 gibt, "in der wir klären, welche Dienstleistungen wir auch über den 1. Januar 2021 weiter bei der GNH einkaufen und welche nicht", informiert der Landrat. Damit solle ein möglichst reibungsloser Übergang des Betriebs der beiden Krankenhäuser sichergestellt werden.

Für den Standort Hofgeismar stimme sich Landrat Uwe Schmidt eng mit dem Hofgeismarer Bürgermeister Markus Mannsbarth ab. "Wir ziehen für die Zukunft der stationären medizinischen Versorgung in Hofgeismar an einem Strang und in die gleiche Richtung", verdeutlicht Schmidt. Die mögliche engere Kooperation des Evangelischen Krankenhauses Gesundbrunnen mit der AGAPLESION-Gruppe biete hier gute Chancen. "Landrat Schmidt und ich waren schon immer dafür, dass es ein engere Zusammenarbeit zwischen dem Krähenberg und dem Kreiskrankenhaus gibt und wenn das auf diesem Weg jetzt Realität werden kann, ist das für alle Beteiligten gut", ergänzt der Hofgeismarer Bürgermeister Markus Mannsbarth. Wenn sich die beiden Kooperationspartner auf eine engere Zusammenarbeit einigen, "dann sei auch die Standortfrage grundsätzlich wieder offen", so Schmidt und Mannsbarth. Was vor vier Jahren nicht möglich war, könne unter den neuen Rahmenbedingungen vielleicht wieder eine gute Option werden. An der medizinischen Ausrichtung des Kreiskrankenhauses in Hofgeismar werde sich durch die Übernahme durch den Eigenbetrieb Kliniken nichts ändern.

Schmidt: "Unsere Idee für die Zukunft ist es, das Angebot zu optimieren und dies nicht nur aus betriebswirtschaftlicher Sicht sondern hauptsächlich im Interesse der gesundheitlichen Versorgung im Hofgeismarer Land".

Für den Standort Wolfhagen seien die Vorbereitungen für den Neustart des stationären Betriebs in vollem Gange. "Wir können aufgrund der Rückmeldung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter davon ausgehen, dass der OP wieder in vollem Umfang nutzbar sein wird, dass die beiden Stationen Inneres und Chirurgie sowie die Intensivstation wieder zur Verfügung stehen, wenn auch noch nicht wieder mit dem gleichen Angebot wie vor der Schließung am 21. Februar", informiert Schmidt. Auch die Belegärzte hätten signalisiert, dass sie wieder in Wolfhagen operieren werden. Sein Dank gehe an die engagierten Beschäftigten der Klinik und die niedergelassenen Ärzte am Ofenberg und im Wolfhager Land, die den Neustart des Krankenhauses mit ganzer Kraft unterstützen.

Mit Blick auf die notwendigen Baumaßnahmen am Standort werde es einen abgestimmten Zeit- und Bauplan geben: "Wir werden bereits im Vorfeld kleinere Arbeiten im Innen- und Außenbereich realisieren und ab dem 1. Juli werden wir dann auch in die Brandschutzsanierung einsteigen", kündigt der Landrat abschließend an.